Rund ums Glück

 

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In den vergangenen Monaten habe ich mich viel mit dem Konzept des „Glücklich seins“ auseinander gesetzt. Sowohl im echten Leben, als auch als treibende Motivation in Geschichten. Das Ergebnis möchte ich nun in einer Serie von Artikeln mit euch teilen. In diesem Teil geht es um das Glück, welches man verspürt, wenn man sich in genau der Arbeit verlieren darf, für die man geschaffen wurde.

. Für die von euch, die sich wundern, warum dieser Artikel in Deutsch ist und nicht wie normalerweise in Englisch. Ganz einfach. Ich denke, dass es gerade den Deutschen nicht schaden würde, sich etwas mehr mit dem Konzept „Glück“ auseinander zu setzen.

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Glück und Arbeit

Es ist für mich immer wieder verwunderlich, wie gern manche Menschen doch unglücklich sind. Wie oft sie künstliches Drama schaffen und sich ihr Leben und das anderer schwerer machen.

Gerade in Deutschland scheint mir die Anzahl der Unglücklichen sehr hoch. Jammern und Verurteilen ist zu einer Art Sport verkommen. Was bizarr ist, da wir es hier sehr gut haben. Jeder regt sich über irgendetwas auf – meist über Dinge, die man nicht ändern kann, die zu vermeiden sind oder die einen nichts angehen.

Das Ergebnis: Diese Menschen machen sich und andere unglücklich. Was nichts anderes als purer Wahnsinn ist, denn wer würde schon freiwillig ein Schicksal wählen, das einen bitter macht?

Glück ist eine Wahl!

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Dies zu erkennen hat in meinem Fall recht lange gedauert. Mein Leben war für lange Zeit ein Auf und Ab. Mal glücklich, (zu) oft unglücklich aber meistens in dieser Mitte, in der man, wie man so schön sagt, „überlebt“.

Heute bin ich fast ständig glücklich.

Allerdings habe ich ein bisschen gebraucht um da hin zu kommen …

Die Suche nach dem Glück hat mich von Deutschland, nach Frankreich, Irland, über die USA und wieder nach Deutschland gebracht. Zuerst war da die Erkenntnis, dass ich nicht glücklich sein kann indem ich mein Leben nach den Vorstellungen anderer (Familie und Gesellschaft) aufbaue und meine Wünsche dabei ignoriere. (Was in meinem Fall auf einen “sicheren” Job hinauslief, der mich unglücklich machte.) Auf diese Weise waren zwar andere glücklich, jedoch nicht ich. Man hat nur ein Leben, doch viele junge Leute vergessen das, weil sie in den Augen von Gesellschaft und Familie nicht schlecht dastehen wollen.

Was ist das Ergebnis? Eine Existenz, geprägt von schlechtem Gewissen, da man, sogar wenn man den Wünschen anderer entspricht, in ihren Augen selten gut genug ist. Wie könnte man das auch sein, wenn man sein täglich Tun tief im Inneren verabscheut? Weiß, dass man eine Lüge lebt, sich selbst beschwindelt und dem zuwiderhandelt, warum das Universum einen ins Leben geholt hat.

Ich bin kein sonderlich religiöser Mensch, aber ich kann mich noch gut an das Gleichnis von den anvertrauten Talenten aus der Zeit erinnern, als meine Mutter und Großmutter mich jeden Sonntag in die Kirche geschleppt haben. Die Moral der Geschichte war, dass ein jeder Mensch Fähigkeiten von Gott zugesprochen bekommen hat und dass es seine Pflicht ist, diese Talente während seiner Zeit auf Erden zu mehren.

Diese Talente verkommen zu lassen ist eine Sünde. Dennoch werden die Begabungen der meisten Kinder heutzutage ignoriert und nicht ausreichend gefördert. Viel Geld machen hingegen … Das ist wichtig. Nicht dass man eine Tätigkeit ausübt, die einen glücklich macht.

Das Ganze ist doch verrückt oder?

Es kostet nichts unsere Kinder und talentierten Menschen zu ermutigen, ihren Träumen nachzugehen. Und doch geschieht dies eher selten. Vor nicht allzu langer Zeit bin ich über einen Comic auf einer meiner Lieblingsseiten (Zen Pencils) gestolpert, der ziemlich genau verdeutlicht, was das Problem ist. Schaut ihn euch mal genauer an …

Kudos to Zen Pencil for letting me host their comic. Quelle: Zen Pencils – http://zenpencils.com/comic/kevinsmith/

Von den Lügen, die wir uns erzählen …

Immer wieder hört man Dinge wie: „Mit Schreiben kann man kein Geld machen …“, „Mit deiner Malerei wirst du nie eine Familie ernähren können …“, „Ich würde auch lieber den ganzen Tag Pferde reiten, aber davon kann man nicht leben …“

Ist das wirklich so?

Wenn dem so wäre gäbe es keine Bücher. Keine Filme. Keine Kunst. Keine Musik. Keine Spiele.

Wie beschissen wäre unser Leben dann?

Werden wir wirklich in eine Welt geboren um Arbeit zu machen, die wir hassen, nur damit wir genug Geld verdienen können, um weiter Leben zu können, damit wir mehr von der Arbeit machen können die wir hassen?

Irgendwie hört sich das für mich an wie die Hölle.

Wir leben in einer so von Tradition geprägten Gesellschaft, dass manche Eltern ihre Kinder lieber in ein „gesichertes“ unglückliches Leben zwingen, als in ein glückliches, das nicht ganz so sicher ist.

Und wofür?

Geht es hier wirklich um das Glück der Kinder? Oder darum,  vor der Gesellschaft gut dazustehen? Was sind unsere Kinder in diesem Fall? Ein Status-Symbol? Wie ein Auto oder eine Yacht? Oder ist es Neid, weil sie selbst nicht in der Lage waren, ihre Träume zu verwirklichen und es deswegen anderen nicht gönnen? Vielleicht ist es aber nur wieder Tradition – einige können einfach nicht über ihren Schatten springen …

Ich denke jedoch, dass die wenigsten Eltern ihre Kinder absichtlich unglücklich machen. Sie meinen es gut, sind aber oft zu unflexibel um zu verstehen, dass das, was sie selbst glücklich macht oder gemacht hat nicht notwendigerweise das Richtige für ihre Kinder ist.

Ein Vater, der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, der nie etwas hatte, mag das Glück im Geld sehen und alles, was man damit kaufen kann. Das ist nichts Verwerfliches. Es ist ausgesprochen ehrsam wenn man seinen Kindern mehr geben will als man selbst hatte, doch gerade da diese Kinder diese Sicherheit haben, liegen deren Interessen vielleicht nicht darin mehr Geld zu erwirtschaften. Andere Schwerpunkte werden geboren. Andere Werte entstehen. Das ist nicht schlecht.

Es ist …Evolution.

Besser ein kurzes Leben zu haben das man liebt und in dem man glücklich ist mit dem was man tut, als ein langes, gefüllt mit einer verhassten Tätigkeit. Der Philosoph Alan Watts hat diese Problematik einst sehr gut beschrieben, als er zu einer Klasse Studenten sprach, die sich nicht sicher waren, was sie mit ihrem Leben anfangen sollten. (Klickt hier für ein Video dieses Vortrags).

Die Quintessenz seiner Worte war, sich nicht so sehr um Geld zu sorgen, sondern eher eine Tätigkeit zu finden, die man liebt. Das Geld folgt in der Regel, sobald man einmal gut genug ist in dem was man macht. Auch ganz gut getroffen in einem weiteren Comic von Zen Pencils.

Quelle: http://zenpencils.com/comic/98-alan-watts-what-if-money-was-no-object/

Was sollten wir aus all dem mitnehmen? Ich denke, anstelle unseren Kindern und Mitmenschen zu sagen: „Arbeite, werde reich und das wird dich glücklich machen“, sollten wir fragen: „Was macht dich glücklich?“

Und mit der Antwort, die wir bekommen, sollten wir arbeiten …

In Geschichten

Für die, welche sich gewundert haben, warum ein Fiction Autor sich überhaupt mit derartigen Themen beschäftigt …

Nun, zum einen denke ich, dass je mehr von uns glücklich sind, desto besser für alle.

Und zum anderen lässt sich diese Thematik hervorragend in Geschichten einbauen.

(Warnung: Spoiler zu den Filmen Krieg der Sterne und Der Hobbit folgen.)

Die Literatur ist voll von Helden, die – trotz des Widerstands von Gesellschaft oder Familie – ausziehen um ihr Glück zu finden.

Man denke nur an Bilbo Beutlin aus Herr der Ringe der auf Abenteuer geht, obwohl dies von den Menschen seiner Gemeinde als verpönt angesehen wird. Ein anderes Beispiel wäre Luke Skywalker aus Krieg der Sterne, der im ersten Teil eine Erlösung vom tristen Dasein als Bauer erhofft und es später auch ablehnt, dem … erm … Familiengeschäft beizutreten. 😛

Luke

Das Ergebnis:

Konflikte und Drama.

Hervorragend für Geschichten – vermeidbar und unnötig für das echte Leben.

Denkt ihr nicht auch?

Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen. Für die, die mehr von diesem Thema erfahren wollen, kann ich diesen Ted-Talk empfehlen, der sich um “Flow”, das Glück bei der Arbeit dreht. Scheut euch nicht, einen Kommentar zu hinterlassen und eine Bewertung abzugeben. Über einen Facebook-Like und das Teilen dort würde ich mich auch sehr freuen.

Schönen Tag euch allen. 🙂

1 thought on “Rund ums Glück

  1. Ich gebe dir in dem was du schreibst vollkommen Recht. Jeder ist seines Glückes eigen Schmied. Und nur man selbst kann etwas ändern wenn man mit dem Istzustand nicht zufrieden ist, oder wie du schon sagst wenn man es nicht ändern kann lernen es zu akzeptieren als Teil von einem. Love it, change it or leave it. Nach diesem Spruch lebe ich schon eine ganze Zeit und es funktioniert 😉 . P.S. Ich finde es super dass du auch mal über ein solches Thema schreibst. Daumen hoch 👍

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